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ARTERIEN AN SCHULTER, OBERARM & ELLENBOGEN

 

 

Heute geht es um die Obere Extremität. Um die arterielle Versorgung von Schulter, Oberarm und Ellenbogen. Zunächst werden wir uns die Arterien “nackt” ansehen. Also mit möglichst wenig Umgebungsstrukturen. Dieses Tutorial behandelt erst einmal in die arterielle Versorgung der Schulter und danach die Versorgung im Oberarm und Ellenbogen. Beginnen wir mit einem Überblick über die großen Arterien am Arm und Oberarm. An der Schulter liegt die Arteria subclavia. Diese tritt durch die Scalenus-Lücke. Dies ist auch eine Schwachstelle der Arteria subclavia. Sie kann hier komprimiert werden. Das beeinträchtigt wiederum die gesamte arterielle Versorgung des Armes. Im Anschluss zum Durchtritt durch die Scalenus Lücke am lateralen Rand der ersten Rippe wird die Arteria subclavia zur Arteria axilaris. Diese zieht dann durch die Axilla. An ihrem Austritt wird sie zur Arteria brachialis. Diese wiederum wird nach Passage der Ellenbeuge zur Arteria radialis und zur Arteria ulnaris. Sehen wir uns erst einmal die Versorgung der Schulterregion und des Brustbereiches an. Das sind 10 Arterien die man sich einprägen muss. Am leichtesten sortiert man diese nach Namen. Es gibt vier Arterien mit scapula im Namen, vier mit thory im Namen und 2 mit humerus.

Von den Arterien mit scapula im Namen befinden sich zwei stark proximal, sodass sie aus der Arteria subclavia entspringen, und zwei befinden sich sehr weit distal, kurz bevor die Arteria axilaris in die Arteria brachialis übergeht. Die beiden Äste aus der Arteria subclavia werden einmal die Arteria suprascapularis, weil sie sich in den Bereich der oberen Scapula zieht. Der andere Ast wird zunächst zur Arteria transversacolli. Aus dieser entspringt dann die Arteria dorsalis scapulae. Diese verläuft am medial Rand des Schulterblattes entlang. Die distalen Arterien mit scapula im Namen sind die Arteria subscapularis, diese gibt dann zwei Äste ab, einer davon ist die Arteria circumflexa scapulae. Diese anastomosiert dann mit den beiden Arterien aus der Arteria subclavia. Dies ist auch klinisch relavant. Wenn man in diesem Bereich operiert und es zur verstärkten Blutung kommt muss man daran denken, alle arteriellen Zuflüsse ab zu klemmen.

Als nächstes haben wir die vier Arterien mit thorax im Namen. Diese befinden sich zwischen den zwei proximalen scapula Arterien und den beiden distalen Scapula Arterien. Das sind zum einen die Arteria thoracica superior und die Arteria thoracoacromialis. Also ein Ast Richtung Thorax und ein Ast zum Acromion. Weiter haben wir die Arteria thoracica lateralis und die Arteria thoracodorsalis, diese entspringt aus der Arteria subscapularis. Bleiben also noch 2 Arterien. Einmal die Arteria circumflexa humeri anterior und die Arteria circumflexa humeri posterior. Diese beiden anastomosieren untereinander und der Arteria thoracoacromials und bilden dann im Schultergelenk ein arterielles Netzwerk. Nun das Modell mit einigen zusätzlichen Strukturen, hier Muskeln. Die ersten beiden besprochenen Arterien, Arteria suprascapularis und Arteria transversacolli (beide entspringen aus dem Troncus thyrocervicale), biegen um den Musculus scalenus anterior. Sie verlaufen erst nach ventral und danach nach dorsal zu ihren Zielorten. Bei den anderen beiden Arterien mit scapula im Namen sehen wir den Ursprungsort wenn wir durch die laterale Achsellücke sehen. Da sehen wir die Arteria subcsapularis wie sie die Arteria circumflexa scapulae abgibt. Die Arteria circumflexa scapulae verläuft durch die mediale Achselhöhle. Die vier Arterien mit thorax im Namen. Die Arteria thoracica superior und die Arteria thoracoacromialis verlaufen unter dem Musculus pectoralis major und über dem Musculus pectoralis minor. Die Arteria thoracica lateralis verläuft auf dem Musculus ceratus anterior, relativ weit ventral. Und die Arteria thoracodorsalis verläuft, wie der Name schon sagt, weiter dorsal auf dem Musculus ceratus anterior und unter dem großen Latissimus dorsi. Nun fehlen noch zwei Arterien, die Arteria circumflexa humeri anterior und posterior. Die zieht durch die laterale Achsellücke. Kommen wir nun zu den Ästen der Arteria brachialis und zur arteriellen Versorgung des Ellenbogens. Im wesentlichen gibt die A. brachialis drei Äste ab. Natürlich werden auch weitere kleinere Arterien abgegeben. Von den dreien gibt es einmal die Arteria profunda brachii, die Arteria collateralis ulnaris superior und die Arteria collateralis ulnaris inferior. Die A. profunda brachii ist die tiefe Arterie des Oberarms. Sie windet sich einmal dorsal um den Humerus herum. Dann teilt sie sich in zwei Endäste auf: die Arteria collateralis radialis und die Arteria collateralis medialis. Die A. collateralis ulnaris superior und inferior verlaufen weiter medial des Armes. Am Ellenbogen anastomosieren diese Äste mit den Ästen der A. radialis und ulnaris. Zum einen anastomosiert die A. collateralis radialis mit der A. recurrens radialis. Hier steht nun ein System dahinter, denn die A. collateralis ulnaris inferior anastomosiert mit der A. recurrens ulnaris. Und die beiden längeren Arterien, also die A. profunda brachii und die A. collateralis ulnaris superior, anastomosieren dann untereinander. Also alle kleineren Arterien, die von proximal nach distal verlaufen, heißen collateralis und kleinere Arterien, die von distal nach proximal verlaufen, heißen recurrens. In dieser Region gibt es außerdem auch noch klinisch etwas zu erwähnen. Einmal lässt sich die A brachialis tasten, indem man mit den Fingerspitzen die A. brachialis gegen den Oberarmknochen drückt. Des Weiteren ist das Netzwerk so suffizient, dass man die A. brachialis distal des Abgangs der tiefen Oberarmarterie sogar komplett abklemmen kann. Die Blutversorgung für die restlichen Bereich ist dennoch gewährleistet. Sofern nicht oberhalb des Abgangs abgeklemmt wird.Hier sehen wir noch einmal die Arterien des Oberarms zusammen mit ein paar Muskeln. Die A. brachialis entsteht an der Stelle an der sie aus der Axilla austritt, angedeutet durch ein Stück tiefe Axillafascie. Dann verläuft sie weiter nach Distal im Sulcus picipitalis medialis (Eine Rinne/ Gefäß-Nerven-Straße zwischen Musculus biceps brachii und triceps brachii). Wenn wir genau hinsehen, sehen wir hier wie die A. collateralis ulnaris superior abgeht. Weiter distal die A collateralis ulnaris inferior. Auf der anderen Seite können wir erkennen wie die A. profunda brachii unter dem Musculus triceps entlang läuft, sich um den Humerus windet und sich dann in ihre zwei Endäste aufteilt. Einmal die A. collateralis lateralis und medialis.

Man kann noch sehen wie die A. brachialis auf der Ansatzsehne des Musculus biceps brachii in der Ellenbeuge liegt. Also relativ bberflächlich.

PLEXUS BRACHIALIS (4/4) – NICHT-ENDÄSTE

 

 

Zusätzlich zu den 7 Endästen haben noch 8 weitere Nerven ihren Ursprung im Plexus brachialis. In der Literatur werden sie meistens wie folgt eingeteilt: oberhalb der Clavicula (supraclaviculär), unterhalb der Clavicula (infraclavikulär). Zum lernen ist diese EInteilung etwas ungünstig. Diese anderen Nerven, die entweder direkt aus den spinalen Nerven  oder aus den Trunci entspringen und teilweise nur proximal aus den Fasciculi, kann man auch namentlich enteilen. Man kann sich dann merken, dass es zwei Muskeln mit pectus im Namen gibt, zwei mit Thorax und drei Muskeln mit scapula im Namen. Auch einen letzten der nicht ganz hinein passt, dieser lässt sich aber dennoch gut merken. Das ist der Nervus subclavius. Dieser entspringt aus dem Truncus superior und zieht zum gleichnamigen Muskel, dem Musculus subclavius unterhalb der Clavicula. Die nexten, die pectus Nerven, hier in grün eingezeichnet, der Pectoralis lateralis und medialis. Der P. lateralis kommt aus dem lateralen Fasciculus und der P. medialis aus dem medialen Fasciculus. Wenn man Nerven namentlich sortiert kann man sich auch die Segmente besser herleiten. Der N. pectoralis lateralis kommt aus dem Fasciculus lateralis, führt also Fasern aus den Segmenten C5, C6 und C7. Der Nervus pectoralis medialis kommt aus dem medialen Fasciculus, führt also die Fasern aus C8 und T1. Diese beiden innervieren den Musculus pectoralis major und den Musculus pectoralis minor. Während die pectus Nerven aus den Fasciculi entsprungen sind, entspringen die Scapula Nerven (nicht die korrekte Bezeichnung, dient nur als Vereinfachung) aus den Trunci. Zum einen den Nervus dorsalis scapulae, den Nervus suprascapularis und die Nervi subscapulares. Diese entstehen auch aus dem oberen Truncus. Der N dorsalis scapulae bezieht seine Fasern aus den Segmenten C4 (Kommt nur kurz mit dem Plexus brachialis in Berührung) und C5. Der N. suprascapularis entspringt etwas weiter tiefer als der vorangegangene und bezieht die Fasern aus C4, C5 und C6. Da die Nervae subscapulare noch etwas tiefer entspringen, beziehen diese ihre Fasern nur noch aus C5 und C6. Der N. dorsalis scapulae innerviert den M. levator scapulae und im weiteren Verlauf die Musculi rhomboidei. Der N. suprascapularis entspringt am Truncus superior und zieht zum Musculus supraspinatus und zum M. infraspinatus. Die Nervi subscapulares entspringen auch aus dem Truncus superior und führen zum Musculus subscapularis. Zu guter letzt bleiben noch zwei Thorax-Nerven. Der eine ist der Nervus thoracicus longus. Er entspringt aus C5, C6 und C7 (direkt an den spinalen Nervenwurzeln) und zieht dann am Brustkorb sehr weit nach distal. Der zweite entspringt weiter distal im Fasciculus posterior. Er heißt N. thoracodorsalis und erhält die Segmente C6, C7 und C8. Der N. thoracicus longus innerviert den Musculus serratus anterior während der N. thoracodorsalis den Latissimus dorsi innerviert.